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Fertighaus von Libeskind

Limitierte Serie für einen exklusiven Käuferkreis

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung - 11.10.2009

Nun also auch Daniel Libeskind. Der New Yorker Architekt ist das jüngste Beispiel in einer mittlerweile langen Reihe prominenter Planer, die Fertighäuser entworfen haben. In Deutschland ist der breiten Öffentlichkeit wohl nach wie vor das Holzhaus "O sole mio" am bekanntesten. Der Italiener Matteo Thun hatte es für Griffner-Haus entworfen. Um die Jahrtausendwende war es der Star der Wohn- und Immobilienmagazine.

Das Produkt von Edel-Hausschneider Libeskind ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. So steht der Prototyp, der dieser Tage erstmals öffentlich präsentiert wurde, nicht in Berlin, München oder Düsseldorf, und schon gar nicht auf irgendeiner Trauminsel, auf der sich eine illustre Nachbarschaft einkauft. Nein, die erste Libeskind-Villa kann man in der Provinz besichtigen, genauer in Datteln. Dort, am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, hat die Rheinzink GmbH & Co. KG ihren Unternehmenssitz, und auf deren Firmengelände wurde das erste Libeskind-Fertighaus erbaut. In diesem will sich jedoch nicht der Vorsitzende der Geschäftsführung, Ulrich Grillo, häuslich einrichten. Vielmehr soll das in typische Libeskindscher Manier ausgesprochen zackig und kantig gestaltete Haus dem Zinkhersteller als repräsentatives Empfangsgebäude dienen. Das ist nur auf den ersten Blick verwunderlich: Das Unternehmen liefert Titanzink, ein Material, das der Planer gerne und oft verwendet – zum Beispiel für die Fassade des Jüdischen Museums in Berlin. Kurz: Stararchitekt und Hausnutzer sind sich längst verbunden.

Ein Kunstwerk soll das Haus sein, eine Skulptur, doch wohnlich und alltagstauglich, die zudem relativ hohen energetischen Anforderungen genügt: Noch nach den alten Förderklassen geplant, soll das Haus mit Wärmepumpe und Solarthermie-Anlage KfW-40-Standard entsprechen.

Für das einschließlich Keller 515 Quadratmeter große Haus müssen Käufer abhängig von den Grundstückspreisen und der Ausstattung mit Baukosten von 3 bis 4 Millionen Euro rechnen. Im Prinzip könne die Libeskind-Villa an jedem Ort der Welt stehen, heißt es. Zu den Vermarktungsstrategien der Berliner Proportion GmbH, die Libeskind für die Idee gewann und den Vertrieb organisiert, gehört, das Erwerbern regionale Exklusivität versprochen wird. Das heißt: Innerhalb eines speziellen Umkreises darf das Gebäude nur einmal verkauft werden. Zudem soll das Fertighaus in einer limitierten Auflage von 30 Objekten auf den Markt kommen. Spannend ist, ob diese Rechnung aufgeht. Denn in der Vergangenheit war Stararchitekten-Fertighäusern zwar eine große Aufmerksamkeit beschieden, ein Verkaufsschlager waren sie nicht unbedingt.

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