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Kunst am Bau

Zimmerleute aus Klostern arbeiten an der Libeskind-Villa mit

Dattelner Morgenpost - 30.04.2009

Es wird das außergewöhnlichste Haus Dattelns: Eine futuristische Öko-Villa aus Holz, Glas und Zink nach Plänen des New-Yorker Star-Architekten Daniel Libeskind. Seit eineinhalb Wochen setzten Zimmerleute der Firma Holzbau Pieper aus Datteln-Klostern den Rohbau vor RHEINZINK zusammen.
"Dieses einzigartige Haus ist eine Bereicherung für Datteln" schwärmt Berthold Pieper, Geschäftsführer beim Dattelner Holzbau-Spezialisten. Für Pieper ist die Libeskind-Villa Prestige-Projekt und Herausforderung zugleich. Rechte Winkel gibt's kaum. Schrägen und Vorsprünge prägen das architektonische Kunstwerk. Kein Haus von der Stange. Ein Hingucker. Eine beeindruckende Geometrie, die den Zimmerleuten viel Arbeit abverlangt.
Zimmermeister Hubert Vennemann saß für die Zuschnitt-Planung alleine 300 Stunden am Computer. Vier Wochen lang wurde in Klostern gesägt und vorgefertigt. Das Fichten-Holz stammt aus dem Sauerland. Drei Sattelzug-Ladungen Konstruktions- und Brettschicht-Holz sowie OSB-Platten.
Neuland ist der futuristische Holzbau an der Bahnhofstraße für Pieper nicht. "Etwas ähnliches haben wir schon nach den Plänen von Star-Architekt Frank Gehry in Bad-Oeynhausen gebaut". Diese Erfahrung und das gesammelte Know-how vom Bau von 100 Einfamilienhäusern in Holzrahmenbausweise komme der Firma bei der schwierigen Umsetzung der Libeskind-Pläne zugute. "Ohne diese Erfahrung hätten wir uns an dieses Projekt auch nicht gewagt."
Der Hausbau mit Holz sei auf dem Vormarsch, sagt Pieper. Weil es schneller gehe als Betonbau, günstiger sei, Holz gute Dämmeigenschaften habe und gut fürs Raumklima sei. "In Skandinavien muss man das niemandem mehr erzählen. Aber in Deutschland muss immer noch Überzeugungsarbeit geleistet werden." Libeskind, der 2003 Weltruhm erlangte, als er den Architektenwettbewerb zum Neubau des World Trade Centers in New York gewann, plane viel mit Holz, weiß Pieper. Und mit Zink. So kam der Kontakt zu RHEINZINK-Chef Ulrich Grillo zustande, denn in Sachen Bauzink ist RHEINZINK Weltspitze. Vom Holzkern der Villa wird man später nicht mehr viel sehen, denn RHEINZINK wird bei seinem "Design-Objekt" seine Zink-Produkte wie Fassadenplatten und im Dach versteckte, modernste Sonnenkollektoren präsentieren. Genutzt wird das "Design-Objekt" als Empfangshalle mit Konferenzräumen sowie als attraktives Ausstellungsgebäude.
Bis zum 13. Mai wollen die Zimmerleute von Pieper noch eine Menge schaffen, denn dann wird Richtfest gefeiert. Erwartet wird auch Star-Architekt Daniel Libeskind. Eine Begegnung, auf die sich Berthold Pieper schon freut. "Bisher kenne ich ja nur seine Pläne."

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