Libeskind-Villa in Datteln eingeweiht
Eine Vision wird Wirklichkeit
Datteln. 350 Gäste aus 30 Ländern kamen gestern in die Kanalstadt nach Datteln, um das neue architektonische Highlight zu bewundern: Ein vom New Yorker Star-Architekt Daniel Libeskind entworfenes Haus, das es weltweit nur 30 mal geben wird.
Die Welt der Architektur traf sich gestern in Datteln. Der New Yorker Daniel Libeskind, einer der berühmtesten Architekten dieses und des letzten Jahrhunderts, weihte vor 350 Gästen aus 30 Ländern das zukünftige Empfangsgebäude der Rheinzink GmbH ein. Bei der sogenannten Libeskind-Villa in der Kanal-Stadt handelt es sich um den Prototypen eines zukünftigen Wohnhauses, das es weltweit nur 30 mal geben wird. Dieses Projekt ist übrigens das erste Wohnhaus des in Polen geborenen renommierten Architekten.
Eine Vision wird Wirklichkeit
„Für uns wird eine Vision Wirklichkeit. Und diesmal ist die Wirklichkeit schöner als die Vision”, begrüßte Ulrich Grillo, Vorsitzender der Rheinzink-Geschäftsführung, die Gäste und Fachwelt, die sogar aus China angereist war. Und dass die Umsetzung des Gebäudes auch mit manchen kleinen Schwierigkeiten verbunden war, erklärte Grillo anhand eines Telefongespräches, das er mit Nina Libeskind, der Gattin des Architekten, führte.
Grillo: „Ich sagte ihr, dass wir das Haus blass-gelb gestrichen haben. Darauf erwähnte sie, dass Daniel das nie einweihen werde, das müsse umgestrichen werden. Und zwar in weiß. Im Notfall helfe sie selbst mit.” Der mit Libeskind befreundete Rheinzink-Chef wies aber auch darauf hin, dass das Budget nicht „ganz eingehalten werden konnte”. „Wir haben mit einer Million Euro kalkuliert. Wir kämpfen jetzt darum, dass keine zwei davor steht. Macht aber nix, es rechnet sich trotzdem. Wir wollen damit auch ein Zeichen für die Region setzen.”
Flammende Rede
In einer flammenden Rede über Architektur erklärte Libeskind, dass er sich bei diesem Projekt zunächst gedacht habe, „wie möchte ich leben?”. „Und das hier ist die Antwort”, erklärte der 63-jährige New Yorker, der sein Leben oft in kleinen Wohnungen verbringe, wie er selbst betonte. Zunächst gehe es ums Licht, das in die Räume einfließen müsse. Ein Wohnhaus müsse lichtdurchflutet sein. Dann komme es auf die Proportionen an, die Maßstäbe und auch Details. Oder wie es der Architekt in seiner Ansprache ausdrückte: „Innerhalb des Körpers gibt es die Seele. Das Haus muss Magnetismus für Emotionen sein. In der Tradition der römischen Villen – und die Frage, wie kann ich das in zeitgenössische Architektur übertragen.”
Dabei wirkt die Libeskind-Villa wie ein aus dem Boden gewachsener Kristall. Spitze und stumpfe Winkel, schräge und senkrechte Wände, ineinander geschachtelte Bauteile, fließende Raumübergänge und ein Balkon mit einem kunstvollen Sicht- und Sonnenschutz. Metallene und Dach- und Fassadenbänder umhüllen die Baukörper.

