Meisterstück
Der New Yorker Stararchitekt Daniel Libeskind kam zum Richtfest nach Datteln. Einweihung im September
WAZ Datteln - 13.05.2009
Mit einem Hammerschlag rückte der US-Stararchitekt Daniel Libeskind die Kanalstandt ins Rampenlicht der weltweit-bekannten Gebäude. Universität in Guadalajara, Shoah Zentrum in Manchester, Erweiterungsbau des Denver Art Museums – und natürlich der Auftrag für das derzeit weltweit bekannteste Bauprojekt, den Freedom Tower auf dem World Trade Center-Gelände mit Ground Zero in New York, um nur einige seiner bedeutenden Bauwerke zu nennen. Und seit gestern: die Libeskind-Villa in Datteln, das neue Rheinzink-Empfangsgebäude.
Und der Meister, einen Tag vorher noch in Mailand tätig, kam mit Ehefrau Nina persönlich zum Richtfest. Spazierte ersteinmal mit ihr durchs Gebäude und lobte die Arbeiten des Dattelner Zimmerermeisters Berthold Pieper, der mit seiner Firma die Holzarbeiten durchgeführt hatte. „Ganz fantastisch. Die haben einen tollen Job gemacht”, so Libeskind. Er überlege aber, ob man nicht noch ein weiteres Fenster einbauen sollte.
Ganz ergriffen von dem medialen Großaufkommen erklärte Ulrich Grillo, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Rheinzink, in seiner Begrüßung. „Die WAZ hat es richtig ausgedrückt mit dem Satz ,Libeskind adelt Rheinzink'.” Sprach's und überreichte eine Rheinzink-Rose an Nina Libeskind.
Weltweit auf Erfolgskurs
Und dass dieses Projekt jetzt seinen Siegeszug rund um den Globus antreten wird, dafür sorgt „proportion”, eine junge Agentur für Stararchitekten, die sich als Mittler zwischen den großen Baumeistern und möglichen Auftraggebern versteht. „Das Haus wird weltweit von uns vermarktet. Denn das ist ein Kunstwerk, exklusiv und streng limitiert. Außerdem ist das unser erster Entwurf mit Libeskind.”
Begeistert zeigte sich Dattelns Bürgermeister Wolfgang Werner über dieses außergewöhnliche Projekt in seiner Stadt. „So etwas tut unserer Region gut, das ist eine Landmarke. Die Libeskind-Villa wird zahlreiche Gäste anziehen.”
"Architektur ist eine Sprache"
Und was werden diese architektur-philosophisch aus der Kanalstadt mitnehmen? „Architektur ist eine Sprache”, sagt Daniel Libeskind. Das Design erzählt eine Story, eine Absicht, macht neugierig und beschreibt die Möglichkeit, außergewöhnliche Architektur und natürliches Bauen zu übersetzen, greifbar und verständlich zu machen. „Die Architektur soll das Leben und Lebensstil kommunizieren.”
Ziel der Firma Rheinzink bei diesem Gebäude ist auch, „ein Design-Objekt zu erstellen, das in Bezug auf die Werkstoffwahl und die Betriebssysteme neue Maßstäbe setzt”, beschreibt Marketing-Leiter Frank Neumann das neue Empfangsgebäude, das seine Energie ausschließlich übers Dach und aus der Erde bezieht. „Allein durch die Wärmerückgewinnung reduziert sich der Heizungsenergiebedarf um 70 Prozent.”
Am 29. September wird offiziell eingeweiht. Jetzt steht noch der Innenbereich an – natürlich mit zahlreichen Design-Objekten.
